April 1, 2019 · Allgemein
Jagd auf den #nonbrexit – Muntjakhirsch

Gerade sind wir in London gelandet und uns erwarten Daniel und Owen Beardsmore. Die beiden Engländer sind Vater und Sohn. Owen ist Jagdführer und Outfitter. Er steht hinter dem Namen CervusUK. Daniel ist ebenfalls Jäger und ein begnadeter Fotograf. Ich hatte die Beiden auf einer gemeinsamen Rothirschjagd in Thüringen kennengelernt. Schnell hatten wir uns für eine gemeinsame Jagd auf ganz besondere Hirsche in den Wälder und Parks Englands verabredet.
Chinesiche Muntjaks – im
19.Jahrhundert aus einem Gehege geflüchtet, haben sie sich in den Wäldern und
parkähnlichen Landschaften erfolgreich vermehrt. Die „Invasion“
dieser häufigsten Hirschart in England führt bei den teils sehr hohen
Populationsdichten zu Schäden in der Wald- und Landwirtschaft.

Direkt vom Flughafen geht es ins
Jagdrevier. Dort helfen wir zunächst beim Aufbau einiger Ansitzleitern. Das
unterscheidet die Jäger auf der ganzen Welt nicht. Vor einer erfolgreichen Jagd
ist eine gute Vorbereitung notwendig. Nur das Kirrgut ist hier anders. Wheat & Beans locken die
Miniaturhirsche an die kleinen Futterplätzen.
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Revierarbeiten sind überall gleich -

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Nach dem Aufstellen der letzten
Leiter kommt das obligatorische Probesitze und das Prüfen der Höhe der
Gewehrauflage. Ich lasse kurz den Blick schweifen.

Es wird Frühling. Die ersten zarten Triebe der blauen Glockenblumen (blue bells)
sind zu sehen und werden in ein paar Wochen den Wald zu einem blauen
Farbenmeer verwandeln. Überall rufen Fasanenhähne und die Grauhörnchen
hüpfen wir Hochseilartisten vom Ast zu Ast.
Kurz stärken wir uns auch mit
mitgebrachten Gastgeschenken. Mufflon- und Hirschsalami gab es.
Es wird Zeit zum ersten Pirschgang.
Owen vorweg mit dem Pirschstock und ich folge ihm mit dem mir vertrauten
Repetierer. Die Engländer führen ebenfalls die RX.Helix.
Eine vertraute Waffe ist ein Garant
für den Erfolg, gerade wenn es schnell gehen muss. Nach kurzer Pirsch entdecken
wir keine 30 Schritt entfernt einen Muntjakhirsch. Ich gehe in den Anschlag und
warte auf die Freigabe von Owen. Er glast ab und gibt ihn frei. Gerade noch
rechtzeitig verlässt die Kugel den Lauf und trifft den Hirsch aufs Blatt.
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Ein Muntjakhirsch oder mein #nonbrexithirsch -

Ein Muntjakhirsch oder mein #nonbrexithirsch ,
Credit: Cervus Creative
Und wenn es vorher zu schnell ging,
muss man sich anschließend noch mehr Zeit nehmen, um das Erlebte zu
verarbeiten.
Lange erklärte mir Owen am Hirsch
dessen Besonderheiten. Die verlängerten Eckzähne im Oberkiefer, die bei
Revierkämpfen den einen oder anderen Hirsch nicht nur ein Schlitzohr verpassen.
Das kleine Geweih, dass in jedem Frühjahr abgeworfen wird und schließlich die
vier Stirnfaltendrüsen, die bei Bedarf
ein Sekret zum Markieren absondern.
Vielleicht 50 Zentimeter
Widerristhöhe und ein Gewicht von 14 Kilogramm hat der achtjährige Hirsch. A old buck and too big for you my friend, sagt Owen
und lacht.

Mein erster Muntjakhirsch bekommt seinen letzten Bissen und dann wird es Zeit zum Aufbruch. Nach kurzer Autofahrt erreichen wir “ The White Hart“. Ein gemütliches Hotel im Norden von London. Gleich spürt man dieses englische Flair und die englische Gelassenheit. Beides stellt sich spätestens nach dem ersten Pint Beer und eigenartigen Startern wie sprottengroßen, fritierten Fischen ein. Doch es gilt schnell ins Bett zu gehen. Früh klingelt der Wecker. Wir wollen Chinesische Wasserrehe sehen und Jagdfreund Eike möchte es ebenfalls auf einen Muntjak versuchen.

Bei den anschließenden Stunden in einem fantastischen Revier gab es Momente, die ich nie vergessen werde. Tausende Fasane, die beim Sonnenaufgang eine Geräuschkulisse verursachten, die ich noch nie zuvor gehört hatte. Nur gelegentlich flog hoch und weit entfernt ein Flugzeug. Davor und danach hörte man nur den Sound of the nature.
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Fasan -

Grauhörnchen,
squirrel
Owen zeigt mir die zahlreichen
Fährten von hier ebenfalls zahlreich vorkommenden Damwild und das kleine kitzgroße, herzförmige Fährtenbild der
Muntjaks.
Es gelingen tolle Aufnahmen der Chinese Water Deers, die wie Plüschrehe mit Drakulazähnen aussehen. Bei der Abendpirsch erlegt dann mein Freund Eike im letzten Büchsenlicht seinen kleinen Hirsch.

Vor der Abreise am nächsten Morgen
genießen wir das beste British Breakfast, das ich je gegessen habe. Um dann
schnell Eike´s Hirsch transportfähig zu zerwirken. Schließlich wollen wir das
gelobte Wildbret selbst zu Hause probiere.
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Vom Revier direkt auf den Teller. Mit dem Wissen, woher das Fleisch kommt. -

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Muntjakfleisch (Made in England)
Also war wohl wieder alles dabei…ein Jagderlebnis in einem anderen Land, ein Abenteuer, magische Momente und im Proviantvorrat genug Muntjakfleisch, Made in England.


